Der Klimastreik besucht das zerstörte Misoxtal 

Eine Delegation des Klimastreiks reiste heute Samstag nach Lostallo im Misoxtal, das nach heftigen Niederschlägen unter massiven Gerölllawinen begraben wurde. Die Katastrophe hat bereits zwei Menschenleben gefordert, zwei weitere Personen werden vermisst. Wissenschaftler*innen sehen in der Katastrophe das Resultat der Klimakrise, die zu stärkeren Niederschlägen und Überflutungen führt.

“Ich bin erschüttert vom Ausmass der Zerstörung, welche die Klimakrise im Misoxtal angerichtet hat. Wir sprechen unser Beileid und unsere Solidarität mit der lokalen Bevölkerung aus”, meint Vito Balder vom Klimastreik. 

Nicoletta Noi, Gemeindepräsidentin von San Vittore, einer Gemeinde des unteren Misox, meint dazu: “In diesem Ausmass und dieser Geschwindigkeit haben wir eine solche Katastrophe noch nie erlebt. Zudem hat es ausschliesslich Gebiete getroffen, welche nicht in der Gefahrenzone liegen. Ich kann mir dies nur durch die Klimakrise erklären. Zum Glück haben alle Leute bei den Aufräumarbeit geholfen. Da hat man den Zusammenhalt in der Gemeinde gespürt.”

“Das ist das Resultat eures Handelns”

Doch ein zerstörtes Misox ist erst der Anfang: die Klimastreik-Bewegung prangert insbesondere die Bestrebungen seitens verschiedener Akteure an, das Ereignis zu entpolitisieren und den Zusammenhang zur Klimakrise zu übergehen: “Ich finde es erschreckend, dass der Bundesrat Anteilnahme heuchelt, ohne mit einem Wort die Klimakrise und die eigene Verantwortung durch eine inexistente Klimapolitik anzusprechen”, meint Vito Balder. Cyrill Hermann vom Klimastreik geht noch einen Schritt weiter: “Glencore, Holcim, Jositsch, Rösti - das ist das Resultat eures Handelns, wegen euch wurden Menschen aus unserer Mitte gerissen. Hier wurde das Menschenrecht auf Leben verletzt.” Auch Expert*innen schätzen, dass bereits heute hunderte Menschen aufgrund der Klimakrise gestorben sind.

“Wir können keine Sekunde mehr warten. Die Schweiz muss ihre Treibhausgasemission sofort auf null senken. Jedes Zuwarten, jede Verzögerung durch Bundesrat, Parlament und Konzerne wird in der Schweiz und weltweit weitere Tote fordern”, warnt Valentin Jauslin vom Klimastreik.

Klimastreik ruft zu Protesten auf

Die Bewegung zieht ihre Konsequenzen aus dieser tödlichen Katastrophe: “Wir können nicht mehr länger zusehen, wie Konzerne und der Schweizer Staat Menschenleben für die fossile Zerstörung opfern, darum nehmen wir den Klimaschutz selbst in die Hand und werden die fossile Zerstörung in der Schweiz stoppen. Dafür rufen wir zu Aktionstagen gegen fossile Infrastruktur vom 3. - 11. August in Basel auf”, sagt Jonas Kampuš vom Klimastreik. Nach den Aktionstage im August rufen Klimastreikende auf der ganzen Welt am 20. September zum globalen Klimastreik auf.

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