IPCC-Bericht: Jetzt raus aus Kohle, Öl und Gas
Nach sieben Jahren sorgfältiger Arbeit von Wissenschaftler*innen am sechsten Sachstandsbericht haben nun auch alle Länder der finalen Summary for Policymakers an der 58. Session des Weltklimarates (IPCC) zugestimmt. Der Bericht zeigt klar auf, dass in diesem Jahrzehnt die Treibhausgasemissionen drastisch gesenkt werden müssen, dass die technischen und finanziellen Mittel vorhanden sind und es einen disruptiven Wandel braucht. Klimagerechtigkeit wird dabei gleich mehrmals als Schlüsselelement für eine nachhaltige Entwicklung genannt (C.4.2; C.5; C.5.1). Vier Vertreter*innen des Klimastreiks, Cyrill Hermann, Meret Schefer, Jonas Kampus und Helma Pöppel, waren als erste Jugendliche jemals an den Verhandlungen vertreten.

10% der Haushalte stossen knapp die Hälfte der Emissionen aus
Nach langen und teilweise zähen Verhandlungen ist nun ein Bericht erschienen, der keine klare Sprache scheut. Mit einer anschaulichen Grafik (SPM1 c) wird zum ersten Mal die ungleiche Betroffenheit jüngerer Generationen von ansteigenden Temperaturen verbildlicht. “Der Bericht zeigt eindrücklich auf, welche tiefgreifend negativen Folgen die Klimakrise auf jeden Lebensbereich haben wird und bereits hat. Neben uns jungen Menschen sind besonders Personen aus dem Globalen Süden und Indigene betroffen”, fügt Meret Schefer an. Der Bericht stellt klar, dass bei durchschnittlich gleich hohen CO2-Emissionen wie 2019 das CO2-Budget für 1.5 °C (bei einer Wahrscheinlichkeit von 50%) bereits 2030 fast komplett aufgebraucht wäre. Ausserdem wird aus dem Bericht klar, dass nur gerade zehn Prozent der Haushalte 34 - 45% der CO2-Emissionen verursachen. “Die Emissionen müssen nun unglaublich schnell sinken. Darum fordern wir, dass die Schweiz bis spätestens 2030 ihre Emissionen auf netto Null senkt", sagt Jonas Kampus. {A.1.5, B.5.3}
1.5 Grad heisst System Change
Im letzten Abschnitt der Zusammenfassung wird noch einmal die Gefahr von klimapolitischer Verzögerung bekräftigt. In Abschnitt C.2.2 wird vor fossiler Infrastruktur gewarnt, deren Wert in den nächsten Jahren komplett vernichtet werden könnte oder über Jahrzehnte hinweg weiterhin hohe Emissionen zur Folge hat . “Der Weltklimarat warnt eingehend vor dem Bau fossiler Infrastruktur. Das heisst für den Bundesrat: Es dürfen keine Öl- und Gaskraftwerke oder Flüssiggasterminals in der Schweiz in Betrieb genommen werden", warnt Helma Pöppel.
Zudem heisst es in den Paragraphen C.2.5 sowie C.5.1, dass die Begrenzung der Erderhitzung auf 1.5 Grad “teilweise disruptive Veränderung in existierenden ökonomischen Strukturen” beinhaltet. Cyrill Hermann fügt hinzu: “ Unsere Forderung nach einem Systemwandel ist ja nicht aus heiterem Himmel entstanden. Es sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die einmal mehr zeigen, dass nur eine rasche Umgestaltung zu einer demokratischen, sozialökologischen, emissionsfreien Wirtschaft uns vor den schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise bewahren kann. ”
Grosser Dank gegenüber Wissenschaftler*innen
Mit dieser Zusammenfassung für Regierungen endet nun der sechste Zyklus des Sachstandsberichts. Der Klimastreik ist den hunderten Wissenschaftler*innen, welche ehrenamtlich am Bericht mitgearbeitet haben, zutiefst dankbar. Der Bericht zeigt in deutlicher Sprache auf, dass nun rasch die Emissionen auf null gesenkt werden müssen. Der Bericht wird die Arbeit des Klimastreiks in den nächsten Jahren stark prägen.
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